Die gigantische Nachfrage zu diesem Finale von über 300 Kartenanfragen sprengte alles bisherige bei weitem. Insgesamt konnten aber doch noch 72 Bullen - 3 weitere Strategen
ohne Eintrittskarte - die Reise nach Mailand antreten, um "Geschichte zu schreiben". Ein Tag Pause und Erholung nach unserem 3 Tages Trip Hamburg mit Nightlife pur und einer wahnsinns
Meisterfeier war für die meisten Roten Bullen schon zu lange und so freuten sich alle, das es wieder los ging und man sich am Dienstag, 22.05.2001 früh morgens um 3 Uhr wieder im Keneder Bus
traf. Für 50 Red Bulls und Buschef Dieter ging es dieses Mal in den Süden. Unser Ziel hieß erst einmal Desenzano, ein schöner ruhiger Ort im Süden, direkt am Lago di Garda gelegen und nur noch
100 Kilometer von Mailand entfernt. Nach kurzen neun Stunden Fahrt - im Vergleich zu 14 Stunden nach Hamburg - und Zimmereinteilung im Hotel City erkundeten wir die Gegend und Sehenswürdigkeiten.
Auf einige Lokale, Pubs und Reataurants verteilt wurde der Tag bis zum Finale überbrückt. Leider war auch diese Final Reise nicht ohne Zwischenfälle.
Für Wiggerl, unseren Reiseleiter, "Würstelkocher" und "Kontakt"-Mann dauerte der erfreuliche Teil der Reise nicht sehr lange. Vorbildlich, wie
immer und mit voller Elan und Einsatz war er einer der ersten auf Erkundungstour in Desenzano. Durch eine kurze Unaufmerksamkeit rutschte er von einer Statue ab und brach sich die Ferse.
Er wurde ins Krankenhaus gebracht und notdürftig versorgt, und konnte erst am Donnerstag das Krankenhaus wieder verlassen.

Die gesamte Einkaufspassage sowie der Domplatz waren mit Roten und Orangen besetzt. Die Spanier versuchten ihre Nervosität mit lauten Böllern und Krachern zu vertuschen, während wir und der
Rest der Bayern Fans cool und siegessicher das Treiben der Spanier beobachteten. Hier trafen wir uns auch mit dem Rest unserer Crew, die Mittwoch früh morgens aus der Heimat gestartet waren.
Trotz aller Rivalität blieb es stets friedlich und es gab keinerlei Reibereien unter den Fans. Gegen 16.00 Uhr fuhren wir dann zum Fußball Tempel "Giuseppe-Meazza-Stadion". Auf dem riesigen
Parkplatz direkt vorm Stadion waren schon viele Busse mit Bayern Fans, insgesamt sollten es 23.000 werden.
Die gute Stimmung die bereits herrschte sollte bis zum Ende nicht mehr abreissen. Mit vielen befreundeten Fanclubs und Bayernfans wurde noch die letzten
Spielausgänge diskutiert und ein paar Bierchen getrunken, bis es schließlich um 17.30 Uhr ins Stadion ging.
Noch ca. 3 Stunden zum Spiel und das Stadion füllte sich schnell. Die Stimmung wurde durch die Hits der Spider Murphy Gang, die vor unserer Kurve spielte angeheitzt und auch die Gegenseite
der Spanier gab sich schon lautstark zu erkennen. Die Atmosphäre im Stadion wurde immer besser und erreichte zum Anpfiff einen ersten Höhepunkt.
Die super Choreographie die unsere Kurve unter Anleitung von Club-Nr.12 präsentierte, zeigte die Überlegenheit der Bayern und seiner Fans.
Das Spiel selber hat wohl jeder noch in bester Erinnerung, nur soviel, was da beim Elfmeterschießen los war, wird wohl keiner mehr vergessen können. Die Gefühlsschwankungen und die totale
Extase nach dem letzten gehaltenen Elfmeter von Oliver Kahn, einfach Wahnsinn und seither nicht mehr aus unseren Köpfen zu verdrängen. Nach der Siegerehrung blieben wir noch lange im Stadion
um unsere Helden gebührend zu feiern. Nach 25 Jahren und einigen vergeblichen Anläufen, gehörte uns der Pott.
Unsere Gesänge vertrieben die letzten weinenden Valencia Fans aus dem Stadion und um ca. 2.00 Uhr fuhren wir als einer der letzten Busse wieder Richtung Gardasee. Dort angekommen, waren
bereits alle Lokalitäten geschlossen, und so machten wir uns mit ein paar Kisten Bier und noch besseren Getränken auf zum Strand um diesen Triumph gebührend zu feiern.
Am Strand wurde der Finalschal von 1999 gegen Manchester United abgefackelt. Das Trauma Barcelona war endlich besiegt. Pünktlich zur Zimmerräumung ging es zurück ins Hotel.
Nachdem wir Wiggerl vom Krankenhaus abgeholt hatten, machten wir uns gemütlich auf den Heimweg. Keiner der Reiseteilnehmer wird wohl dieses Erlebnis vergessen und Jedem war klar ein Teil der
Fußball "Geschichte" zu sein.